Gersfeld ist Heilklimatischer Kurort

Gersfeld (hg/oz) – Hessen hat einen neuen Heilklimatischen Kurort: Der Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium Kassel hat Gersfeld das Prädikat zuerkannt. Die Rhönstadt ist damit einer von fünf Heilklimatischen Kurorten in Hessen. „Wir freuen uns sehr. Damit bekommen wir nochmal das, was wir haben, bescheinigt“, sagte Bürgermeister Steffen Korell bei der Übergabe der Urkunde.
Fotos: Hannah Günther.

„Ich freue mich, dass sich Gersfeld als fünfte Kommune in Hessen mit diesem Prädikat schmücken darf“, teilte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der der Verleihung nicht selbst beiwohnen konnte, mit: „Gersfeld kann damit neue Zielgruppen ansprechen und seine Attraktivität als Tourismus- und Kurort steigern. Das Prädikat Heilklimatischer Kurort ist ein Gütesiegel für Kurorte, deren Klima therapeutisch wirksam ist“, erläuterte der Minister. Das Prädikatisierungsverfahren sorgt für verlässliche Qualitätsstandards in den Heilbädern und Kurorten. Dazu gehört, dass alle zehn Jahre überprüft wird, ob die Voraussetzungen wie beispielsweise Klima und Luftqualität, Wasserqualität und Anzahl von Kurkliniken noch erfüllt werden. „Gersfeld geht gegen den Trend, viele verzichten mittlerweile lieber auf das Zertifikat“, sagte Horst Wenzel, Geschäftsführer des Hessischen Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium in Kassel. Seit dem Jahr 2001 gab es in Hessen 76 Aberkennungen und nur acht neue Prädikatisierungen. Im Vergleich zu den 80er Jahren habe sich die Zahl der prädikatisierten Städte und Gemeinden etwa halbiert.

„Die Heilbäder und Kurorte sind ein bedeutendes Segment des hessischen Tourismus“, so Al-Wazir: „Mehr als ein Viertel der statistisch erfassten Übernachtungen werden hier gezählt.  Gesundheits- und Wellness-Angebote sind ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, den Urlaub in Hessen zu verbringen.“ Auch Korell will das Prädikat nutzen: „Wir wollen damit auch gleich in die Werbung gehen und das für Gersfeld nutzen.“ In den vergangenen Monaten wurde schon an Konzepten gearbeitet, um in dem Gesundheitsbereich weiter voran zu kommen, diese sollen jetzt mit Leben gefüllt werden. Uli Dickas, der Leiter der Gersfelder Tourist-Information blickte auf den langen Zeitraum des Verfahrens zurück – die Gersfelder hatten bereits 2003 erstmals schriftlich Interesse bekundet. Er verwies auf die vielfältigen Angebote in und um Gersfeld, von Wildpark und Schwimmbad über Loipenpark bis hin zum Sternenpark: „Wir haben die Highlights hier in der Rhön und auch in Mitteldeutschland können wir mithalten.“ Durch die Prädikatisierung erhält die Stadt rund 180.000 Euro pro Jahr. Für den Landkreis gratulierte Alfred Metz. Auch Gersfelds ehemalige Bürgermeisterin Margit Trittin war gekommen, sie hatte den Stein gemeinsam mit dem damaligen Leiter der Tourismus-Information, Norbert Filke, vor elf Jahren ins Rollen gebracht. „Ich glaube wir sind den richtigen Weg gegangen, auch wenn es viel Geld gekostet hat“, fand Trittin. Kosten entstanden unter anderem durch viele notwendige Gutachten, beispielsweise die Vermessung der Wanderwege und eine einjährige durchgängige Luftqualitätsmessung.

 Quelle: osthessen-zeitung

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