Sonderausstellung für Schulgleiter SG 38 im Segelflugmuseum

Mit einer weiteren Sonderausstellung bereichert das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe seine weltweit größte Ausstellung. Im Mittel-punkt steht der bekannteste Schulgleiter der Geschichte. Mit dem SG-38 machten unzählige Piloten ihre ersten Luftsprünge.

Das hölzerne Fluggerät – im Jahr 1938 erschaffen vom Konstrukteur Edmund Schneider – über-zeugte durch einfache Bedienung und Robustheit. Stück für Stück näherten sich die Flugschüler dem Fliegen. Angefangen mit einem Rutschstart wagten sich die Piloten durch meterhohe „Luft-sprünge“ schnell höher. Nach einigen Versuchen durften sie endlich gen Himmel schweben – bevor sie die Schwerkraft im Tal wieder auf den Boden zurückbrachte. Die Landung konnte mitunter recht hart werden, denn der Pilot nahm auf einem ungepolsterten Sitz aus Sperrholz Platz. Das Abenteuerliche: Der Gleiter hat nur einen Sitz – der Pilot ist von Anfang an auf sich allein gestellt.

Das Deutsche Segelflugmuseum präsentiert in seiner Sonderausstellung einen liebevoll restaurier-ten Schulgleiter SG-38. Schautafeln zeigen den Besuchern, wie die Piloten mit dem Schulgleiter das Fliegen lernten.
Noch heute sind zwei Schulgleiter des Oldtimer-Segelflugclub-Wasserkuppe e.V. auf der Wasser-kuppe im Flugbetrieb. Mutige Piloten heben von Ende August bis Ende Oktober an den Wochen-enden mit der historischen Startart am Gummiseil, gezogen von 14 starken Männern und Frauen, mit dem SG-38 ab.

17 Jahre lang – von 1938 bis 1955 – war der SG-38 der Top-Ausbildungsflieger in Deutschland und in Europa. Allein von 1940 bis 1944 wurden über 9.000 Stück in den Werkstätten produziert.
Auch in der DDR, in England und der Tschechoslowakei kam der Flieger zum Einsatz. Zahlreiche weitere Länder versuchten sich an Lizenz-Nachbauten des berühmten Gleiters.

Das Deutsche Segelflugmuseum mit Modellflug auf der Wasserkuppe hat täglich geöffnet. Weitere Informationen unter Tel. 06654 77 37, www.segelflugmuseum.de

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