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Sachstandsbericht Neubau Kinderkrippe

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gersfelderinnen und Gersfelder,
liebe Eltern,

wir sind in der, jedenfalls hinsichtlich einer steigenden Geburtenrate, sehr erfreulichen
Situation, dass wir im Zuge der Aktualisierung unserer Bedarfs- und Entwicklungsplanung für
die Kinderbetreuung im Stadtgebiet Gersfeld (mit dieser Planung wird u.a. der Bedarf an
Kinderbetreuungsplätzen für jeweils drei Jahre auf Grundlage der Einwohnerentwicklung
prognostiziert und die vorhandenen Betreuungskapazitäten werden vor diesem Hintergrund
qualitativ und quantitativ beleuchtet) herausgefunden haben, dass wir in den nächsten Jahren
mit anhaltend steigenden Kinderzahlen rechnen dürfen und gleichzeitig die Bereitschaft bzw.
das Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder in eine Kinderbetreuungseinrichtung, etwa einen
Kindergarten oder eine Krippe (U3-Betreuung), zu geben, zunimmt.

Insbesondere für das Gebiet der Kernstadt Gersfeld wird mit einem Betreuungsplatzbedarf
gerechnet, der durch die vorhandenen Angebote nicht mehr abgedeckt werden können wird.

Derzeit sind in der Kernstadt ein katholischer („Don Bosco“), ein evangelischer Kindergarten
und eine Kinderkrippe im ev. Gemeindehaus am Marktplatz, „Haus der Begegnung“,
eingerichtet. In Hettenhausen wird der evangelische Kindergarten („Arche Noah“) betrieben,
in dem auch Kinder unter drei Jahren betreut werden.

Noch bis vor einiger Zeit musste eine Warteliste für einen Krippenplatz in der Kernstadt
geführt werden. Dies hat sowohl bei den Eltern, denen nicht sogleich einen Betreuungsplatz
für ihr Kind angeboten werden konnte, aber auch bei uns, der Stadt Gersfeld und der
Kirchengemeinde als Trägerin der Einrichtung, zu Sorgen und Missmut geführt. Gleichsam
gibt es sowohl den rechtlichen Anspruch der Eltern auf einen Krippenplatz für ihr Kind und
das unbedingte Bestreben der Stadt Gersfeld und mir, allen Eltern, die einen solchen
benötigen oder wünschen, einen attraktiven und möglichst günstigen Betreuungsplatz für ihr
Kind anbieten zu können.

Was bisher geschah:
Aus dieser Situation heraus habe ich einen Arbeitskreis, der aus Vertretern des Magistrats, der
Stadtverordnetenversammlung, der ev. Kirchengemeinde, der Einrichtungsleitungen und der
Elternschaft besteht, eingesetzt, der sich intensiv mit der Lösung o.g. Misere, d.h. mit der
Schaffung kurzfristig verfügbarer Krippenplätze - um besagte Warteliste zu elemenieren - und
der Planung einer nachhaltigen und attraktiven Lösung, sprich eines modernen Neubaus oder
einer Erweiterung des ev. Kindergartens in der Kernstadt, außeinandergesetzt hat, um den
Magistrat und andere Gremien in diesen Fragen zu beraten und um Gremienentscheidungen
vorzubereiten.

Da eine funktionierende Kinderbetreuung sowohl für die betroffenen Eltern aber natürlich
auch für die Stadt Gersfeld enorm wichtig ist, wurde dieses Thema in den vergangenen
Wochen mit hoher Priorität behandelt. Ich bin froh, dass es in „Rekordzeit“ gelungen ist eine
zweite Krippengruppe im „Haus der Begegnung“ zu errichten und damit die U3-Warteliste
nahezu zu eleminieren. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank an alle die,
die daran mitgewirkt haben, dass dies so schnell und so gut gelingen konnte!

Der Betrieb dieser zusätzlichen Gruppe wurde uns allerdings nur befristet genehmigt, ist also
keine auf Dauer angelegte Lösung.

Da nach intensiver Prüfung klar wurde, dass ein zunächst angestrebter Anbau an bzw. ein
Umbau der bestehenden Kindergärten aus diversen Gründen wohl nicht realisierbar sein wird,
wird es voraussichtlich darauf hinauslaufen, dass ein Neubau einer Kinderkrippe errichtet
werden muss.

Für diesen Neubau musste zunächst ein adäquates Grundstück gefunden werden. Neben
baurechtlichen, brandschutztechnischen, pädagogisch und anderen aufsichtsbehördlichen
Vorgaben, die für den Bau einer solchen Einrichtung in Hülle und Fülle existieren, wurden,
um nicht zunächst für sehr viel Geld einen Grunderwerb tätigen zu müssen, insbesondere
Flächen beleuchtet, deren Eigentümerin die Stadt Gersfeld jetzt schon ist.

Als geeignetste Standorte stellten sich recht bald die Grünflächen oberhalb des Schlossparks,
zwischen der Kastanienallee und der Alexander-Lippisch-Str., und eine Fläche am Dammel,
im Bereich der Schulen, heraus. Diese Flächen sind im Eigentum der Stadt Gersfeld, sind
mehr oder weniger erschlossen und städtebaulich integriert. Die Fläche am Schlosspark liegt
in der Nähe der Klinik, ein Bebauungsplan, der zwar geändert werden muss, existiert bereits
und nicht zuletzt handelt es sich hier um eine ruhige, sonnige Südhanglage, die direkt an
unseren Schlosspark angrenzt und damit um ein für einen Kindergarten wohl besonders
attraktives Grundstück. Eine Festlegung auf einen Standort durch die politischen Gremien ist
aber noch nicht erfolgt. Wenn alle entscheidungserheblichen Tatsachen auf dem Tisch liegen,
soll dies umgehend geschehen.

Um keine Zeit zu verlieren wurde bereits eine Änderung des dort gültigen Bebaungsplanes
durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Neben dem Bau des Kindergartens soll
durch diesen Plan auch eine mögliche Erweiterung der Klinik Gersfeld und/oder der Acura-
Rhönklinik - dazu später mehr - baurechtlich ermöglicht werden.

Eine ganz entscheidende Hürde, die zunächst noch genommen werden muss, ist aber die
Entlassung der Fläche aus naturschutzrechtlichen Beschränkungen, denn die Fläche wurde in
den 1990er Jahren aus naturschutzrechtlichen Erwägungen der Bebaubarkeit entzogen. Aber
auch das bekommen wir hin. Entsprechende Entlassungsanträge wurden schon vor einigen
Wochen gestellt.

Was ist überhaupt geplant?:
Da die Lage im Bereich der U3-Betreuung am drängensten ist, streben wir im ersten Schritt
den Bau einer dreigruppige Betreuungeinrichtung an, die die Kinderkrippe im "Haus der
Begegnung" ersetzen wird, d.h. die Betreuungaeinrichtung dort würde aufgegeben und in den
Neubau umziehen. Die Kindergärten in Gersfeld und Hettenhausen wären hiervon, jedenfalls
zunächst, nicht betroffen und würden noch in ihren jetzigen Bestandsgebäuden, in die aber
zum Teil auch erhebliche Beträge investiert werden müssen und deren Kapazitäten in
absehbarer Zeit wohl erschöpft sein werden, verbleiben.

Klar ist, dass wir bei solchen Investitionen auf keinen Fall „auf Kante nähen“ dürfen. Will
heißen, dass das noch zu planende Gebäude erweiterungsfähig gedacht werden muss und
schon in der nun bevorstehenden Planungsphase mögliche zukünftige Entwicklungen, etwa
die Verlagerung des ev. Kindergartens dorthin, berücksichtigt werden sollen.

Mittel- bis langfristig ist der Betrieb einer zentralen Betreuungseinrichtung angestrebt, um
Synergien, etwa die gemeinsame Nutzung von Wirtschafts- und Zweckräumen (Küche,
Heizung, Turnraum usw.) und einen effektiven Personaleinsatz (Urlaubs-,
Krankheitsvertretungen usw.) zu ermöglichen.

Was geschieht jetzt weiter?:
Nachdem das Umweltministerium über die Entlassung der Fläche aus den
naturschutzrechtlichen Festsetzungen entschieden haben und das Grundstück damit auch
formell bebaubar sein wird, könnte der nächste Schritt die Beauftragung einer Planung,
entweder durch eine Direktbeauftragung eines Architekturbüros oder durch die Einleitung
eines Architektenwettbewerbes, sein. Alle nötigen Vorbereitungen hierfür wurden schon
getroffen. Angebote von Planern liegen uns vor und können kurzfristig beauftragt werden,
wenn die Gremien dies so entscheiden.

Der Haushaltsplan der Stadt Gersfeld hält für die nächsten zwei Jahre einen Betrag vom 1,3
Mio. € für Planung und Bau bereit. Gleichzeitig bemühen wir uns um eine Förderung dieser
Maßnahme, da ein Projekt dieser Größenordnung eine große Herausforderung für die Stadt
Gersfeld, mit ihrer angespannten finanziellen Lage, ist.

Dies ist auch der Grund, warum zunächst wohl "nur" die Krippeneinrichtung gebaut werden
kann. Die Stadt Gersfeld wird den gleichzeitigen Bau einer Krippe und eines Kindergartens
wohl leider nicht finanzieren können.

Ich bin sehr zufrieden, dass wir in der kurzen Zeit schon so viel erreicht haben, dass hoch
effizient gearbeitet und geplant wurde und bin zuversichtlich, dass wir bald in eine spannende
Planungsphase einsteigen können um möglichst zeitnah mit einem modernen und attraktiven
Betreuungsangebot aufwarten zu können, damit Gersfeld noch familienfreundlicher und als
Wohn- und Arbeitsort weiter aufgewertet wird.

Mit besten Grüßen


Steffen Korell
Bürgermeister